Was man hier alles so machen kann

Vielen Dank an Familie W. aus Jena die so nett waren ein paar Ihrer Geheimnisse zur Verfügung zu stellen.

Landkarten und Literatur

Beides ist dringend zu empfehlen, wenn man nach Touren außerhalb der ausgetretenen Pfade sucht.

 

 

Bei den Landkarten empfehle ich vor allem die Karten von Rolf Böhm (http://www.boehmwanderkarten.de/). Durch den Maßstab von 1:10000 sind sie sehr genau und beinhalten wirklich jeden Pfad. Der Nachteil dieser Karten ist aber, dass sie nicht die gesamte Sächsische Schweiz abdecken und die Überlappungen oft sehr knapp sind (oder auch da ein Stück fehlt).

 

 

Auch die Wanderkarte die von der Nationalparkverwaltung herausgegeben wurde

(ISBN: 3-89679-361-6) ist von hohem Gebrauchswert. Sie ist recht genau (Maßstab 1:25000) und deckt das ganze Gebirge ab.

 

 

Kompass-Karten gehe ich, wo immer es geht, aus dem Weg (viel zu ungenau). Leider muss man viel zu oft (mangels anderer Anbieter) auf sie zurück greifen.

 

 

 

Wenn man auf diesen Karten nun einen interessanten Pfad gefunden hat, weiß man noch lange nicht, was einem vor Ort erwartet und ob man diesen überhaupt begehen darf. Denn die Nationalparkverwaltung hat mit ihrer Kernzonenregelung ein unmögliches Machwerk geschaffen. Um es gleich zu sagen, diese Regelung gehört abgeschafft! Wege die vorhanden und sichtbar sind, sollten auch begangen werden dürfen. Was nützt eine intakte Natur, wenn sie keiner anschauen darf. Außerdem betrifft es ja vorwiegend Gebiete, wo man lange Marschstrecken in Kauf nehmen muss oder Pfade, die eh kaum jemand geht. Und diejenigen, die sich in solche Gebiete begeben, sind doch überwiegend naturverbunden und verhalten sich auch entsprechend.

 

Aber die Regelungen bestehen nun mal – um trotzdem interessante und wenig begangene Wege zu finden braucht man Literatur.

 

 

Ganz allgemein ist der Rother Wanderführer „Elbsandsteingebirge“  zu nennen

(ISBN-13: 978-3763341917). Er listet 59 Touren, von ganz leicht und kurz, bis anspruchsvoll auf (auch Stiegen sind beschrieben). Er bietet also einen breiten Querschnitt und ist für die breite Masse wohl auch ausreichend.

 

 

Wenn man es etwas ausführlicher, genauer und hintergründiger möchte, sind die Führer aus dem Bergverlag Rölke zu nennen (http://www.bergverlag-roelke.de/).

Hier sind die „Wander- und Naturführer 1 – 3“,

aber auch die Führer über die „Böhmische Schweiz“ und das „Böhmische Mittelgebirge“ zu erwähnen. Seit einem halben Jahr gibt es in diesem Verlag auch einen „Stiegenführer“. Diesen kenne ich noch nicht, aber die Bewertungen bei Amazon sind gut.

 

 

Unsere Stiegenkenntnis haben wir aber seit Jahren aus diversen Büchern des Stiegenbuchverlages von Axel Mothes (http://www.stiegenbuchverlag.de/) entnommen. Seine Publikationen legen Wert auf Vollständigkeit, die Bücher enthalten also auch die Stiegen, welche baufällig sind oder aus Nationalparkgründen nicht begangen werden dürfen. Die Vielzahl seiner Veröffentlichungen („Stiegenbücher 1 – 3“, „Bergpfade 1 – 3“, „Geheimnisvolle Wege 1 – 3“ und „Stille Wege 1 – 2“) haben zuletzt zu einer gewissen Unübersichtlichkeit geführt. Eigentlich hätte man alles in einer Reihe veröffentlichen und sich dabei auf die einzelnen Gebiete beschränken sollen. Weiterhin sind die Stiegen und Pfade alphabetisch geordnet und es gibt keine Kartenübersicht. Wenn man da was sucht muss man fast immer in alle Bände schauen. Die Bücher sind zwar sehr genau und informativ, aber in der Handhabung umständlich.

 

 

Besser machen es da die Reihe aus dem Heimatbuchverlag (http://www.heimatberge.de/).

Hier sind die Bände „Wanderführer Sächsische Schweiz“,

„Steige und Stiegen in der Sächsischen Schweiz“ und

„Steige und Stiegen in der Böhmischen Schweiz“ zu nennen. Vorteil dieser Bücher ist die gute Gliederung des Inhaltsverzeichnisses (Kartenbild) und die Touren selbst werden auch mit Kartenbildern vorgestellt. Aber auch hier entwickelt sich eine Büchervielfalt, wo man die Abgrenzung zueinander schon nicht mehr ganz klar erkennen kann.

 

 

So viel zum planerischen Rüstzeug.

 

Zu den Touren

am Pfaffenstein
am Pfaffenstein

Zunächst muss man die Klassiker erwähnen, welche sind (ohne Garantie auf Vollständigkeit):

 

Lilienstein, Bastei (bis 10 Uhr morgens oder in der Nebensaison), Rauenstein, Pfaffenstein, Papststein, Gohrisch, Kuhstall und Hinterhermsdorf mit Kahnfahrt und Schrammsteine.

 

Etwas davon sollte man sich immer wieder mal mit vornehmen, zumal es ja verschiedene Zustiege gibt. So haben wir in diesem Jahr den Gohrisch zum ersten Mal über die Falkenschlucht bestiegen (sehr reizvoll). Außerdem sollte man verschiedene Ziele immer mal etwas anders miteinander verknüpfen.

 

Weiterhin lohnt auch ein Abstecher zu Zirkelstein, Kaiserkrone und dem gr. Zschirnstein. Und im böhmischen zum gr. Schneeberg, den Tissaer Wänden und dem Prebischtor (mit Kahnfahrt).

 

 

 

Wenn man sich die Pfade und Stiegen vornehmen möchte, sollte man auf jeden Fall trittsicher und schwindelfrei sein. In der Kernzone des Nationalparks dürfen außerdem nur Wege begangen werden, welche markiert sind. Dabei handelt es sich um das grüne Dreieck auf grauem viereckigem Untergrund = „Bergpfade“ und das schwarze Dreieck auf weißem kreisförmigen Untergrund = „Zugang zu Kletterfelsen“. Wichtig hierbei ist: Beide Pfade dürfen von jedem begangen werden. Es ist oft nicht bekannt, dass sich auch Wanderer auf den Kletterzugängen bewegen dürfen, auch wenn sie vorher eine Barriere übersteigen müssen. Uninformierte haben außerdem das Problem nicht zu wissen, ob der Kletterzugang an irgend einem Felsen endet, oder ob er wo anders wieder raus kommt. Hier helfen dann gute Karten und die Stiegenbücher.

 

Wichtig ist es auch, zeitig früh zu starten, damit man vor den anderen Wanderern unterwegs ist und an kitzligen Eng- und Steilstellen nicht psychologischen Stress bekommt, weil sich von hinten Druck aufbaut.

 

 

Wenn man solche Wege mit Kindern macht, sollte man sich über das Verhalten der Kinder sicher sein – sie sollten unbedingt auf Kommandos hören und sich in der Situation diszipliniert verhalten. Sonst hilft nur angurten! - Zur Motivation hatte sich bei uns eine Punktewertung bewährt. Man erklärt den Kleinen auf der Karte wo es lang geht und legt dann fest, das es am Gipfel, am Gasthaus und / oder am Ziel Punkte gibt. Der Sieger bekam 3 Punkte (bei 4 Personen sollte man natürlich mit 4 Punkten beginnen), der Zweite und der Rest entsprechend weniger. Zufällig gewinnt natürlich fast immer das Kind, obwohl wir manchmal die letzten Meter zum Gipfel oder zum Auto gerannt sind. Abends wird das dann in eine Tabelle eingetragen und das Kind gelobt. Hat immer funktioniert!   :-)

 

Steinbruchpfad
Steinbruchpfad

Schöne Pfade und Stiegen sind:

Steinbruchpfad (bei Wehlen, ungefährlich, informativ), Schwedenlöcher (Schluchtweg, ungefährlich), Wolfsschlucht (zum Hockstein, ungefährlich), Gautschgrotte und Begangsteig (über der Polenz, Engstellen, Trittsicherheit), Falkenschlucht (Aufstieg zum Gohrisch, enge Schlucht), Schluchtweg, Nadelöhr und das Pfaffensteinplateau (ungefährlich aber schön), Stiegen am Wildenstein und Arnstein (Kirnitzschtalgebiet), Bergpfad zum Luchsstein (ungefährlich, einsam), obere Affensteinpromenade mit Idagrotte (schöne Aussichten, Trittsicherheit), oberer Terrassenweg (Trittsicherheit, Schwindelfreiheit), Wilde Hölle, Jägersteig + Wildschützensteig + Gratweg + Mittelwinkel in den Schrammsteinen (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit).

Für die Häntzschelstiege (gefährlich, Absturzgefahr, Schwindelfreiheit, Klettersteigset), Rotkehlchenstiege, Starke Stiege, Rübezahlstiege, Lehnsteig und Zwillingsstiege benötigt man unbedingte Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und keine Höhenangst. Etwas Klettertechnik sollte man auch beherrschen – es besteht Absturzgefahr! (macht aber trotzdem großen Spaß!)

 

Ich kann hier auch nur einen Ausschnitt wiedergeben. Es gibt noch unzählige kleine Abstecher mit Treppenanlagen zu diversen Aussichten.
… und auch mal über den Tellerrand schauen, auch im Böhmischen gibt es wunderschöne Landschaft mit herrlichen Pfaden (hier sei nur das Khaatal erwähnt).

Auszug aus einem Wandertagebuch

Als spezielle Zugabe hat uns die Familie W. sogar ihr Wandertagebuch zur Verfügung gestellt.

Dieses haben wir unverändert beigefügt. (außer Anhang)

 

Sie können hier einen groben Überblick über ein paar Routen gewinnen. Besonders schön finde ich die Beobachtungen der Flora und Fauna.

 

Über eine Rückmeldung würden wir uns freuen.

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